„Polnische Lehrer sind lauter, strenger!“
Achtköpfige Delegation aus dem polnischen Pszczyna (Pleß) im Rahmen des Comenius-Projekts zu Gast am Gymnasium Burgkunstadt
Das internationale Comenius-Projekt, das über drei Jahre hinweg Schüler und Lehrer des Gymnasiums Burgkunstadt mit Kollegen aus Finnland, Polen und der Türkei zusammenführte, findet heuer seinen Abschluss mit einem großen Treffen von Vertretern aller Teilnehmerschulen. Zuvor jedoch besuchte nochmals eine Delegation aus dem polnischen Pszczyna in Oberschlesien die Burgkunstadter Partnerschule. Gelegenheit also, mit den begleitenden Lehrerinnen Lucyna Nocon-Kobior und Joanna Tlalka schon ein wenig Bilanz zu ziehen:
Frage: Das Comenius-Projekt endet in diesem Jahr. Welchen Stellenwert nahm es an Ihrer Schule ein und was würden Sie als die Schwerpunkte der internationalen Zusammenarbeit bezeichnen?
Antwort: Die regelmäßigen Treffen führten eine erhebliche Zahl von Schülern und Lehrern unter dem Oberbegriff „Neue Medien“ zusammen. Dabei wurden im gegenseitigen Austausch Themen aus den Bereichen Kultur, Geschichte oder auch Regionales behandelt. So standen etwa bedeutende Personen der jeweiligen Partnerländer wie z.B. Konrad Adenauer oder der letzte Papst Karol Wojtyla im Zentrum der gemeinsamen Untersuchungen.
Frage: Was hat Comenius den Schülern gebracht?
Antwort: Ich finde, eine ganze Menge: Lernen zu kommunizieren und zu kooperieren, Toleranz, neue Freunde und Kulturen kennen zu lernen, sich in neuen Situationen zurecht zu finden, Kreativität zu entwickeln und schlussendlich auch ihr Wissen über gemeinsame europäische Themen zu erweitern.
Frage (an die Schüler gerichtet): Wenn ihr einen Vergleich anstellt zwischen eurer polnischen und der deutschen Schule in Burgkunstadt – wie fällt dieser aus? Antwort: Da gibt’s schon viele Unterschiede. Unser Schulgong in Polen ist auf jeden Fall schöner. Auch die Fünf-Minuten-Kurzpausen zwischen jeder Unterrichtsstunde sind eine gute Sache. Dafür sind unsere Lehrer insgesamt lauter, strenger. Der Unterricht bei uns gleicht mehr einer Vorlesung, wobei auch die reine Schreibarbeit und die Menge an Hausaufgaben größer sind. Diskussionen oder lockere Unterrichtsgespräche kennen wir nicht so. Allerdings müssen wir früh nicht ganz so bald wie ihr in Burgkunstadt (Anm.: 7.40 Uhr) mit der Schule beginnen.
Frage: Gibt es schon Pläne für die Zeit nach Comenius?
Antwort: Vorgespräche über eine mögliche Fortsetzung der Kooperationen oder auch längerfristiger Schulpartnerschaften sind schon geführt. Einige Schüler, die an früheren Treffen teilgenommen haben, setzten den Kontakt ohnehin bereits privat fort und haben sich mitunter schon gegenseitig nochmals besucht. Auch die Fragen nach neuen Projekten kommen bei unseren Schülern immer wieder auf. Aber jetzt bringen wir erst einmal das alte zu Ende. -cv-

